Reform des Arbeitnehmerüberlassungs-Gesetz (AÜG) 2017, die wichtigsten Änderungen


Höchstüberlassungsdauer

a) Grundlaufzeit

Das neue AÜG sieht eine grundsätzliche Höchstüberlassungsdauer pro Mitarbeiter von 18 Monaten vor und berechnet sich (auch bei schon laufenden AÜ-Einsätzen) ab Stichtag 01.04.2017 auf max. 540 Kalendertage.

b) Abweichungen

In Tarifverträgen der Einsatzbranche oder bei tarifgebundenen Entleihunternehmen kann durch Betriebsvereinbarungen die Höchstüberlassungsdauer entweder verkürzt oder auch deutlich über 18 Monate hinaus (z.B. 24, 36, 48 Monate) ausgedehnt werden. Bei nicht tarifgebundenen Entleihunternehmen ist per Betriebsvereinbarung eine Verlängerung nur auf max. 24 Monate möglich.

c) Einsatzunterbrechungen

Bei einem Einsatz mit Unterbrechung muss beachtet werden, dass die Unterbrechung zwischen zwei Einsätzen in demselben Kundenunternehmen 3 Monate übersteigen (3 Monate + 1 Tag). Eine vorherige Überlassung desselben Zeitarbeitnehmers durch andere Personaldienstleister muss zur Höchstüberlassungsdauer angerechnet werden.

 

Für Kunden zu beachten: Bei einem Verstoß gegen die Höchstüberlassungsdauer entsteht ein fingiertes Arbeitsverhältnis zwischen Zeitarbeitnehmer und Entleihunternehmen.

Das bedarf einer lückenlosen und effizienten Fristenkontrolle durch den Verleiher, die ZSI als verlässlicher AÜ-Partner garantiert!

 

 

Gleichstellung im Arbeitsentgelt (Equal Pay)

Mit Equal Treatment wird das Gesamtpaket, bestehend aus "Arbeitsentgelt" plus ergänzende "wesentliche Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen" bezeichnet. Bezieht sich die Gleichstellung der Zeitarbeitnehmer ausschließlich auf das "Arbeitsentgelt", wird das Equal Pay genannt.

a) Grundregelung

Nach 9 Monaten Einsatzdauer entsteht ein grundsätzlicher Anspruch auf Equal Pay wie im Entleihunternehmen. Der Entleiher hat hierzu das korrekte "Vergleichsentgelt", das für gleiche Tätigkeiten und Qualifikationen gezahlt wird zu benennen.

Dies gilt für alle Branchen, alle Betriebsformen, für tarifgebundene oder ungebundene Entleihunternehmen, ob mit oder ohne Betriebsrat, also für alle Entleihunternehmen.

b) Abweichungen

Im Geltungsbereich von Tarifverträgen von Verleihunternehmen (bei ZSI der Tarif der iGZ) sind ergänzende Branchentarifvereinbarungen (TV BZ) von den Tarifpartnern getroffen worden. So u.a. mit der IG Metall der TV BZ ME (Metall- und Elektroindustrie), mit der IG BCE der TV BZ Kunststoff.

Im Geltungsbereich dieser TV BZ beträgt die max. Anpassungsfrist 15 Monate, allerdings bereits mit fünf Stufen, beginnend mit der ersten Stufe nach 6 Wochen.

 

Zusammenfassung Equal Pay:

Bei Verstößen gegen die o.g. Equal Pay Regelungen haftet der Verleiher, sowie ggf. bei Ausfall auch das Entleihunternehmen gemeinsam.

ZSI garantiert die Haftungsfreiheit unserer Kunden durch eine 45-jährige jederzeit beanstandungsfreie Handhabung der Arbeitnehmerüberlassung.

 

 

Sonstige Änderungen im AÜG ab 01.04.2017

Neben den Neuregelungen zur Überlassungsdauer und zum Equal Pay sind neue Regeln zum Streikeinsatzverbot und zu den Kennzeichnungs- und Offenlegungspflichten, hier insbesondere zur Abgrenzung zu Dienst- und Werkverträgen im neuen AÜG benannt.

Wir verweisen hier insbesondere auf §8 der "Fachlichen Weisungen Arbeitnehmerüberlassungs- gesetz (AÜG)" der Bundesagentur für Arbeit.

 

Alle drei Vertragsoptionen, also der Arbeitnehmerüberlassung, des Dienst- und Werkvertrages haben in der technischen Dienstleistung ihre Berechtigung und können von ZSI rechtssicher für unsere Kunden angeboten werden.

Vertrauen Sie auf die seit 45 Jahren beständige, qualifizierte Ingenieurdienstleistung der ZSI!